„Demenzerkrankte gehören in die Mitte unserer Gesellschaft“ – Großveranstaltung zum Thema Demenz mit NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens

Barbara Steffens nimmt sich Zeit für die Krankheit Demenz. Die Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen spricht am Donnerstag (23. April) während einer Fachtagung mit mehr als 120 Teilnehmern Klartext und diskutiert mit Experten im Landhotel Hermannshöhe in Legden.

Es geht um das Thema der Zukunft, das wohl nirgends besser angepackt werden könnte als im „ZukunftsDORF Legden“, in dem 7000 Bürger wohnen: Mit den Projekten „Teilhabe am Leben“ und „Gesund älter werden“ haben sich die Veranstalter über die Grenzen hinaus einen Ruf erworben – nach Jahren der Aufbauarbeit offenbar einen solch guten, dass das Düsseldorfer Ministerium den Anschub gab, die Tagung „Zukunftsmodell professionsübergreifender Zusammenarbeit“ zu organisieren.

Die Mitorganisatoren Dr. Volker Schrage sowie Martina Schrage von der Hausarzt-Praxis Westmünsterland und Matthias Wittland, Caritas Pflege & Gesundheit, erhoffen sich von der Großveranstaltung vor allem eine „Wertschätzung der vielen betroffenen Menschen. Sie müssen betreut werden, und dafür müssen die Bürger sensibilisiert werden“.

Das große Thema Demenz wird die Gesellschaft in den nächsten Jahrzehnten mit all seinen Begleiterscheinungen einnehmen: Wie können Menschen mit Demenz besser versorgt werden? Welche Präventivmaßnahmen gibt es? Wie kann die Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Alten-, Krankenpflegern sowie Physiotherapeuten verbessert werden? Nur drei Fragen von vielen, die beim Symposium gestellt werden dürften.

Antworten erwarten sich die Veranstalter auch von der Ministerin, die das Thema Demenz hoch oben angesiedelt hat. Martina Schrage erinnert sich: „Bei der Projektvorstellung ,Teilhabe am Leben‘ war Barbara Steffens bereits in Legden. Ihr ursprüngliches Zeitfenster von 15 Minuten ist schließlich auf zwei Stunden erweitert worden.“

Die Veranstaltung im Landhotel Hermannshöhe in Legden beginnt um 10 Uhr. Ab 14 Uhr wird NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Bündnis 90/Die Grünen) gemeinsam mit Vertretern aus der Region in einer Podiumsrunde diskutieren. Barbara Steffens: „Demenzerkrankte gehören in die Mitte unserer Gesellschaft. Dazu brauchen wir altengerechte Dörfer, Gemeinden und Wohnviertel mit zukunftsfähigen Versorgungsstrukturen, die Menschen bei Bedarf Unterstützung in der Nachbarschaft bieten. Altengerechte Quartiere ermöglichen außerdem die gesellschaftliche Teilhabe aller dort Lebenden. Das ist auch eine Form der Prävention, denn wer ein intensives Sozialleben hat, senkt damit das Risiko dementieller Erkrankungen. Legden ist auf dem richtigen Weg und unterstützt damit den erforderlichen gesellschaftlichen Wandel, Demenzerkrankte in die Mitte unserer Gesellschaft zu holen.“

  • Anmeldungen für die Fachtagung sind noch bis zu diesem Mittwoch 22. April, möglich bei Martina Schrage, E-Mail: m.schrage@hausarzt-legden.de, Telefon 02566/905633.

Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos.

Das Tagungsprogramm, Donnerstag, 23. April
10:00 Uhr

Eröffnung und Begrüßung

Friedhelm Kleweken (Bürgermeister der Gemeinde Legden),

Dr. Kai Zwicker, Michael Makiolla (Landräte der Kreise Borken und Unna),

Uta Schneider (Geschäftsführerin der Regionale 2016 Agentur GmbH)

10:20 Uhr

Keynote zum Thema Demenz

Dr. Christiane Bäcker (Geriatrie des St. Marien-Krankenhauses Ahaus/Vreden)

10:45 Uhr

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile – Projektergebnisse und aufgebaute Strukturen

Rainer Ollmann (gaus gmbh)

11:15 Uhr

Rivalitäten, Kooperationen, Perspektiven – Interview mit den Projektverantwortlichen

Dr. Volker Schrage (Hausarzt-Praxis Münsterland), Matthias Wittland (Caritasverband für die Dekanate Ahaus und Vreden e. V.), Horst Mehlhose (Gesundheitszentrum Westmünsterland GmbH), Christiane Weiling (gaus gmbh)

12:00 bis 14:00 Uhr

Marktplatz mit Präsentationen verschiedener NRW-Projekte und Initiativen

(inkl. Mittagsimbiss)

Teilhabe am Leben, Gesund älter werden, Biografieorientiertes Überleitungsmanagement, Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz, Initiative „Westfalen bewegt“, St. Franziskus Hospizbewegung e. V., Gemeinschaft Behinderter und ihre Freunde Legden-Asbeck e. V., Paula e. V. Beratungsstelle für Frauen ab 60, „Zeig mir Pflege“, Ausbildungs-Offensive Altenpflege Heinsberg, Regionale 2016, Grenzeloze Zorg

14:00 Uhr

Keynote

Barbara Steffens (Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen)

14:15 Uhr

Podiumsdiskussion „Die politische Perspektive“

Barbara Steffens (Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW),

Friedhelm Kleweken (Bürgermeister der Gemeinde Legden),

Bernhard Herdering (Caritasverband für die Dekanate Ahaus und Vreden e. V.),

Thomas Müller (Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe),

Dr. phil. H. Elisabeth Philipp-Metzen (Vorstand Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW e. V.),

Moderation: Kurt-Georg Ciesinger (gaus gmbh)

Pressekonferenz mit Ministerin Barbara Steffens

15:00 Uhr

Kaffeepause mit der Möglichkeit zum Besuch des Marktplatzes

15:30 Uhr

Öffentliche Beiratssitzung des Projektes „Teilhabe am Leben“

Dr. Stefan Rittmeyer (Lukas Krankenhaus Gronau), Ulrike Kruse

(Demenz-Servicezentrum Region Münster und das westliche

Münsterland), Gerlinde Strunk-Richter (Kuratorium Deutsche

Altershilfe), Marita Gerwin/Martin Polenz (Fachstelle Zukunft

Alter der Stadt Arnsberg), Karin Welling (Bildung – Beratung –

Prozessentwicklung für die Versorgung von Menschen mit

Demenz), Dr. Jutta Hollander (Europäische Senioren-Akademie)

17:00 Uhr: Ende der Veranstaltung

Hintergrund „Teilhabe am Leben“

Im westlichen Münsterland haben sich in den vergangenen Jahren niedergelassene Ärzte, Vertreter aus Krankenhäusern und der Alten- und Krankenpflege sowie Physiotherapeuten zu einem Netzwerk zusammengeschlossen, das sich die bessere Versorgung von Menschen mit Demenz sowie die Förderung von Demenzprävention und -früherkennung zum Ziel gemacht hat. Unterstützt durch das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW und durch die EU wurden die Grundlagen für ein Zukunftsmodell professionsübergreifender Zusammenarbeit zur Sicherung der Teilhabe für Menschen Demenz geschaffen.

Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit werden im Rahmen der Fachtagung vorgestellt und mit Experten aus Pflege, Medizin und Politik diskutiert.

Die Projektbausteine „Gesund älter werden“ und „Teilhabe am Leben“, in denen Akteure professionsübergreifend und auf Augenhöhe zusammenarbeiten, gehören zu dem Regionale 2016-Vorhaben „ZukunftsDORF Legden“. Ziel der Gemeinde ist es, sich mit vielfältigen Aktivitäten und Maßnahmen konsequent auf die Folgen des demografischen Wandels einzustellen und älteren Menschen mit Hilfe entsprechender Kompensations- und Begleitstrategien so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben in ihrer gewohnten Umgebung zu ermöglichen. (© andresen-presseservice / Horst Andresen)

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